15 Februar 2009

 

Hydraulischer Abgleich


Der Begriff Hydraulischer Abgleich ist eng verwoben mit der Heizungsanlage. Leider wird er stiefmütterlich behandelt und ist heute nicht mehr einfach mal so wegzulassen, es ist schon eine Sünde, ihn wegzulassen, warum, erkläre ich im Text.

Was ist er denn nun genau, das Mysterium Hydraulischer Abgleich
Sie kennen es aus Ihrem Haus vielleicht auch, ein Raum, der in der Nähe des Wärmeerzeugers (Kessel, Therme) liegt, wird richtig mollig warm, der Raum ist fast schon nicht mehr runterzuregeln. Hier ist es bald zu warm, wenn die Heizkosten nicht so hoch wären, könnte man fast das Fenster öffnen und im T-Shirt kann man sich sowieso schon bequem in dem Raum aufhalten. Im Obergeschoss des gleichen Hauses werden die Heizkörper immer nur oben warm und unten kalt, der findige Heizungsbauer hat eine Lösung. So wird zum Beispiel eine Pumpe mit einer (viel zu) hohen Förderhöhe eingesetzt. Widerstände werden einfach übergebügelt. Jetzt ist alles schön warm.

Was bedeutet das für Sie
Als Komfortgewinn kann man das nicht bezeichnen, was sich da abspielt. Heizkörper, die erst mit einer viel zu großen Heizungsumwälzpumpe warm werden, nicht oder schlecht regelbare Raumtemperaturen, mal ganz abgesehen von den starken Geräuschen (Fließgeräusche) und den Heizkosten, steigen auch unnötigerweise die Stromkosten: Eine überdimensionierte Pumpe bedeutet eine viel zu hohe Leistungsaufnahme der Pumpe und gesteigerte Stomkosten.

Wie steuert der Fachmann dagegen?
Der Fachmann ist bestrebt, die Einstellung so vorzunehmen, dass jeder Heizkörper und damit jeder Raum mit einer Menge an Wasser versorgt wird, die seiner Heizlast (ehemals Wärmebedarf) entspricht. Im Neubau kann hier gerechnet werden, im Bestandbau geht es jetzt gar nicht, oder ist es gar nicht nötig, denken Sie vielleicht?

Da kann ich Sie aber beruhigen, denn auch im Bestand ist ein hydraulischer Abgleich nötig und auch machbar. Voraussetzung ist hier schon, dass an Ihren Heizkörpern mindestens eine Rücklaufverschraubung vorhanden ist. Wenn das nicht der Fall ist, rüstet man Thermostatventile mit der Voreinstellbarkeit nach. Da man viele Faktoren nicht sehen kann, da diese in Estrich oder Wand verschwinden, kommt hier ein überschlägliches Verfahren in Betracht.

Zuschuss fällt weg
Wenn vom Heizungsbauer kein hydraulischer Abgleich gemacht wird, bekommt man zum Beispiel beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (www.bafa.de) keinen Zuschuss.

Was das für Sie bringt?
Stellen Sie sich mal vor, dass Sie in Ihren Kellerräumen noch nicht ordnungsgemäß gedämmte Leitungen haben, kein hydraulischer Abgleich vorgenommen wurde und auch eine überdimensionierte und damals noch ungeregelte Heizungsumwälzpumpe zum Einsatz kommt, in diesem Fall liegt das Einsparpotenzial schnell bei über 15 Prozent.

Beispielhaus von 100 Quadratmetern und 15000 Kilowattstunden Erdgas/Heizöl (mit 6,5 EuroCt./KWh; 65 EuroCt./Liter) nahezu 1000,- Euro fürs Heizen/Warmwasser bezahlt und nach der Optimierung die Kosten um 150,- Euro senkt, ist das schon eine echte Überlegung wert, da stimmen Sie mir sicher zu. Und in 5 Jahren, solange reicht nämlich die Garantie einer hocheffizienten Energiesparpumpe, sind das in dem Beispielhaus sogar 750,- Euro, die hier eingespart werden konnten. Da braucht man kein Mathematiker zu sein, 750,- Euro Einsparung ist mit Sicherheit mehr als die Investition gekostet hat.

Da übrigens nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Preise auf einem eher niedrigen Niveau bleiben, wie es zur Zeit der Fall ist, fällt die Wirtschaftlichkeitsrechnung dann noch besserer aus.
Wenn Sie jetzt Fragen haben, würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen.




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