09 März 2006

 

Aqua- Solar- Sonnenwärme für alle


LN- Energiesparserie (XI)
des EnergieTisch Lübeck e. V.
in Zusammenarbeit mit den Lübecker Nachrichten
vom 09.03.2006

Thema: Aqua- Solar- Sonnenwärme für alle

Die Nutzung der Sonnenenergie durch Solar- Anlagen ist mittlerweile salonfähig geworden. Ingenieure haben nun das Verfahren weiterentwickelt: Sie konstruierten eine Anlage, die mit Wasser arbeitet.

Das neue System ist von seiner Funktionsweise und den benötigten Bauteilen vergleichbar mit einer herkömmlichen Solar- Anlage, in der sich Frostschutzmittel als Wärmeträger- Flüssigkeit befindet (z.B. Propylenglycol). Der große Unterschied zum herkömmlichen System ist aber, dass die Aqua- Anlage, wie es der Name schon vermuten lässt, mit Wasser als Wärmeträgerflüssigkeit arbeitet. Selbstverständlich müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein, damit das System nicht einfriert.

Das brauchen Sie
Ein Aqua- Anlage besteht aus folgenden Bauteilen:
1. Kollektor;
2. Spezielle Verrohrung mit gering durchlässiger Dämmung;
3. Regelung mit Frostschutzfunktion;
4. Solarstation (Pumpe, sicherheitstechnische Bauteile);
5. Warmwasserspeicher.

Um Frostschäden zu vermeiden, müssen spezielle Leitungen zwischen dem Kollektor und dem Speicher eingesetzt werden. Das sind Rohrleitungen mit einer gering wärmedurchlässigen Dämmung. Die Leitungen sollten zudem nicht unnötig lang draußen geführt werden. Außerhalb des Gebäudes befindet sich eine Sollbruchstelle für kontrollierten Wasseraustritt im Falle eines Stromausfalls.
Die Regelung ist mit einer Frostschutzfunktion ausgestattet, Wärme wird kurzzeitig in den Kollektorkreis abgegeben. Die Menge wird so fein dosiert, dass nur 1,4 bis 3,5 Prozent des jährlichen Solarertrags für die Frostschutzfunktion aufgewendet wird, je nach Länge der außerhalb des Gebäudes geführten Leitungen.
Wenn bei der Erstellung der Anlage alle vom Hersteller geforderten Bedingungen erfüllt werden, erhält der Anlagenbetreiber eine erweiterte Gewährleistung.

Drei Vorteile
1. Das Aqua- System arbeitet effizienter als herkömmliche Anlagen! Die Wärmekapazität von Wasser ist nämlich im Vergleich zu Frostschutzmittel höher. Ebenso verhält es sich mit dem Wärmeleitwert: Der Wärmefluss zwischen den Wasserteilchen ist besser als bei Frostschutzmitteln.
2. Eine herkömmliche Solar- Anlage, die zum Beispiel zur Warmwasser- Bereitung eingesetzt wird, erforderte bislang eine komplette Umgestaltung der Warmwasser- Anlage. Ein Solarspeicher mit zwei getrennten Wärmetauschern muss eingebaut werden; viele Hausbesitzer scheuen die Anschaffung einer solchen Solaranlage, da ihnen der Preis zu hoch ist. Für Aqua- Anlagen benötigen wir keinen neuen Speicher, der bestehende Speicher (ab etwa 130 Liter) bleibt erhalten. Im Klartext heißt das: Wenn der vorhandene Speicher noch intakt ist, wird die Warmwasserbereitung nur um eine Solaranlage erweitert.
3. Das Aqua- System weist eine gute Ökobilanz auf. Preisgünstiges Trinkwasser wird in die Leitungen eingefüllt. Es ist für die Umwelt unbedenklich. Frostschutzmittel gehört nach der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (VawS) in die Wassergefährdungsstufe 1, es ist damit als schwach grundwassergefährdend eingestuft. Zudem wird weniger Material verwendet als bei einer herkömmlichen Solar- Anlage.

Die Systemfrage
Für welches Verfahren sollte man sich entscheiden? Herkömmliches Solarprinzip oder Aqua- Anlage?
Das herkömmliche Prinzip von Solaranlagen ist schon seit Jahren erprobt und soll keinesfalls angezweifelt werden. Es behält auch weiter seine Daseinsberechtigung und sollte überall dort eingesetzt werden, wo eine Aqua- Anlage die Frostschutzbedingungen nicht einhalten kann.
Die Aqua- Anlage bietet jedoch eine hervorragende Erweiterung der Produktpalette auf dem Markt der Sonnenenergienutzung für Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung.

Jetzt haben wir Ihr Interesse geweckt...
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